Was ist der Unterschied zwischen Handelswährung und Fondswährung?
Jeder Fonds hat zwei Arten von Währung, die leicht verwechselt werden:
- Die Handelswährung ist die Währung, in der die Anteile an einer bestimmten Börse notiert und gehandelt werden. Derselbe ETF kann in Frankfurt in Euro und in London in US-Dollar notiert sein.
- Die Währungen der Anlagen sind die Währungen der Wertpapiere, die der Fonds tatsächlich hält — die Dollar, Yen und Pfund, in denen die Aktien seiner Unternehmen bewertet werden.
Nur die Währungen der Anlagen bestimmen das Währungsrisiko. Die Handelswährung ist lediglich die Einheit, in der der Preis angezeigt wird.
Warum die Handelswährung nichts ändert
Der Preis eines Fonds in seiner Handelswährung ist sein Nettoinventarwert, umgerechnet zum aktuellen Wechselkurs. Für einen in Euro notierten Fonds mit US-Aktien, bei einem Kurs in Dollar je Euro:
Bleiben die US-Bestände unverändert und steigt der Euro gegenüber dem Dollar, fällt der Europreis des Fonds — obwohl er in Euro gehandelt wird. Die Euronotierung statt der Dollarnotierung zu kaufen ändert daran nichts; es ändert nur, in welcher Währung der Preis angezeigt wird und womöglich, welche Umrechnungsgebühren der Broker berechnet.
Ein einfaches Beispiel
Ein S&P-500-ETF hat einen Nettoinventarwert von 100 US-Dollar je Anteil und ist in Euro notiert. Bei einem Wechselkurs von 1,10 Dollar je Euro:
Im folgenden Monat bewegen sich die US-Aktien nicht, der Euro steigt aber auf 1,15 Dollar:
Der in Euro notierte Fonds hat rund 4,3% in Euro verloren, allein wegen des Wechselkurses. Die Euronotierung hat den Anleger nicht vor dem Dollar geschützt.
Was das Währungsrisiko tatsächlich senkt
- Währungsgesicherte Anteilsklassen, die das Engagement über Termingeschäfte ausgleichen.
- Anlagen im Euroraum, etwa Aktien der Eurozone oder auf Euro lautende Anleihen.
Warum die Unterscheidung zählt
- Währungsengagement gehört nach Anlagewährung gemessen. Ein Depot ausschließlich aus in Euro notierten globalen ETFs kann den größten Teil seines Werts in US-Dollar haben.
- Renditen unterscheiden sich je Währung. Die Rendite eines Fonds in Euro und in Dollar kann weit auseinanderliegen; relevant ist die in der eigenen Währung.
- Kosten: Eine Notierung in fremder Handelswährung zu kaufen kann Umrechnungsgebühren beim Broker verursachen, ohne am zugrunde liegenden Engagement irgendetwas zu ändern.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Durchgerechnet an einem Beispielportfolio. Die Zahlen unten gehören diesem Portfolio, nicht Ihrem.
Welche Positionen tragen neben dem Marktrisiko auch Währungsrisiko?
Folgende Positionen in deinem Portfolio tragen neben dem Marktrisiko auch ein Währungsrisiko — das sind Positionen, deren Preise in einer anderen Währung als EUR notiert sind (USD, Crypto-Quellen oder andere Fremdwährungen). Ich liste die relevanten Positionen und ihre Währung:
| Asset | Währung |
|---|---|
| Microsoft Corp. | USD |
| MasterCard Inc. | USD |
| Xtrackers MSCI USA UCITS ETF 1C | USD |
| iShares Core MSCI World UCITS ETF | USD |
| iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF USD (Acc) | USD |
| SPDR MSCI USA Small Cap Value Weighted UCITS ETF | USD |
| Bitcoin | Crypto |
| Ethereum | Crypto |
| Apple Inc. | USD |
Hinweis: Cash-Positionen in Euro (5.510,23 €) haben kein Währungsrisiko. Die Aufstellung basiert auf den Währungsangaben deiner Instrumente; wenn ein ETF oder eine Aktie in USD notiert ist, wirkt zusätzlich zum Kursrisiko ein USD‑/EUR‑Wechselkursrisiko.
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