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Was ist der Anlagehorizont?

Der Anlagehorizont ist die Zeitspanne bis zu dem Zeitpunkt, an dem das angelegte Geld gebraucht wird — für ein Haus, die Ausbildung der Kinder, den Ruhestand. Er gehört zu den wichtigsten Größen jeder Anlageentscheidung, weil er bestimmt, wie viel kurzfristige Schwankung ein Depot tragen kann. Geld für nächstes Jahr und Geld für in dreißig Jahren gehören nicht gleich angelegt.

Warum Zeit das Bild verändert

Über einen längeren Horizont haben gute und schlechte Jahre mehr Gelegenheit, sich auszugleichen. Für ein Depot mit der Jahresvolatilitätσt \sigma beträgt die Unsicherheit seiner durchschnittlichen Jahresrendite über TT Jahre ungefähr:

σDurchschnittσT\sigma_{\text{Durchschnitt}} \approx \frac{\sigma}{\sqrt{T}}

Über ein Jahr kann ein Depot mit 16% Volatilität leicht −20% oder +30% bringen. Über 20 Jahre schrumpft die wahrscheinliche Bandbreite seiner durchschnittlichen Jahresrendite auf rund 3,6 Punkte um den Erwartungswert.

Ein einfaches Beispiel

Für ein Aktiendepot mit 7% erwarteter Rendite und 16% Volatilität, bei normalverteilten Renditen, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die durchschnittliche Jahresrendite negativ ausfällt, ungefähr bei:

HorizontWahrscheinlichkeit eines Verlusts
1 Jahrrund 33%
5 Jahrerund 16%
10 Jahrerund 8%
20 Jahrerund 2,5%

Je länger der Horizont, desto unwahrscheinlicher endet das Depot unter seinem Ausgangswert — wobei das Risiko in realen Märkten mit Crashs und langen Durststrecken nie ganz verschwindet.

Was das für die Aufteilung bedeutet

  • Kurze Horizonte unter etwa drei Jahren: überwiegend Tagesgeld, Geldmarktfonds oder kurzlaufende Anleihen. Für die Erholung von einem großen Rückgang fehlt die Zeit.
  • Mittlere Horizonte von drei bis zehn Jahren: eine Mischung, deren Aktienanteil mit der verfügbaren Zeit steigt.
  • Lange Horizonte über zehn Jahre: ein hoher Aktienanteil ist meist angemessen, weil Zeit bleibt, Rückgänge auszusitzen und die höhere erwartete Rendite zu ernten.

Worauf zu achten ist

  • Der Betrag im Risiko wächst mit der Zeit. Die Bandbreite der Durchschnittsrenditen schrumpft, die Bandbreite der Endbeträge in Euro weitet sich: Ein langer Horizont macht einen Verlust unwahrscheinlicher, nicht kleiner.
  • Horizonte schrumpfen. Je näher der Zeitpunkt rückt, desto eher muss das Risiko des Depots schrittweise sinken.
  • Mehrere Ziele, mehrere Horizonte. Ein Depot dient oft Zielen mit verschiedenen Terminen, die sich als getrennte Teile behandeln lassen.
  • Horizont ist nicht Risikotoleranz. Auch bei langem Horizont braucht es ein Depot, das man im Crash tatsächlich hält.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Durchgerechnet an einem Beispielportfolio. Die Zahlen unten gehören diesem Portfolio, nicht Ihrem.

Ist mein aktuelles Risikoniveau für meinen Anlagehorizont angemessen?

Ich kann nur Zahlen und was sie bedeuten nennen — keine Empfehlung, nur Erklärung.

Dein Portfolio ist heute 90.976,55 €. Wichtige Risikokennzahlen aus deinen Daten:

  • Volatilität (p.a.): 16,36%
  • Tagesvolatilität: 0,86%
  • Downside-Volatilität: 11,63%
  • Maximaler Rückgang (Drawdown): -25,49% über den Zeitraum 2024-12-18 bis 2025-04-09 (112 Tage)
  • Sharpe Ratio: 0,52
  • Sortino Ratio: 0,72
  • Zeitgewichtete Rendite: +45,95%; Geldgewichtete Rendite: +11,24%

Zusätzlich zeigt die Risiko‑Beitragstabelle (letzte 12 Monate): die grössten Volatilitätsbeiträge kommen von Apple Inc., Microsoft Corp. und Deutsche Lufthansa AG. Kryptowährungen (Bitcoin und Ethereum) tragen zusammen ebenfalls deutlich zur Portfoliovolatilität bei.

Was die Zahlen bedeuten:

  • Eine annualisierte Volatilität von 16,36% zeigt, wie stark der Portfoliowert historisch schwankt.
  • Max Drawdown von -25,49% gibt den grössten historischen Verlust vom Hoch an.
  • Sharpe/Sortino beschreiben Risiko bereinigt die Rendite (höher = bessere risikobereinigte Performance).

Wenn du möchtest, kann ich dir die wichtigsten Zahlen tabellarisch gegenüber deinem Anlagehorizont (kurz/ mittel/ lang) darstellen — du müsstest mir nur sagen, welchen Horizont du meinst.

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