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Was ist Risikotoleranz?

Risikotoleranz ist das Maß an Verlust und Schwankung, das ein Anleger zu tragen bereit und in der Lage ist. Sie hat zwei Seiten, die oft verwechselt werden:

  • Risikobereitschaft: die psychologische Fähigkeit, fallende Werte auszuhalten, ohne in Panik zu verkaufen.
  • Risikotragfähigkeit: die finanzielle Fähigkeit, Verluste zu verkraften, ohne Ziele zu gefährden — bestimmt durch Einkommen, Vermögen, Horizont und Verpflichtungen.

Ein solides Depot richtet sich nach der kleineren der beiden. Ein junger Anleger mit sicherem Einkommen kann eine hohe Tragfähigkeit und eine niedrige Bereitschaft haben; ein gelassener Rentner, dessen Pension alle Ausgaben deckt, das Gegenteil.

Wie sie erhoben wird

Fragebögen von Banken und Beratern fragen nach Zielen, Erfahrung und Reaktionen auf hypothetische Verluste. Am nützlichsten sind konkrete Fragen: Was würde bei einem Verlust von 20.000 € auf 100.000 € geschehen?

Vergangenes Verhalten ist oft aussagekräftiger als jede Antwort: wie der Anleger im letzten echten Abschwung tatsächlich reagiert hat.

Der maximal erträgliche Rückgang ist ein praktischer Weg, Toleranz in eine Aufteilung zu übersetzen. Ist der schlimmste tragbare Rückgang DmaxD_{\max}, und können Aktien in einer schweren Krise rund die Hälfte ihres Werts verlieren, während sichere Anleihen deutlich weniger verlieren, liegt der maximale Aktienanteil ungefähr bei:

wAktienDmax50%w_{\text{Aktien}} \approx \frac{D_{\max}}{50\%}

Ein einfaches Beispiel

Ein Anleger mit 100.000 € kommt zu dem Schluss, einen vorübergehenden Verlust von 20.000 € — also 20% — ohne Verkauf aushalten zu können:

wAktien20%50%=40%w_{\text{Aktien}} \approx \frac{20\%}{50\%} = 40\%

Ein Depot aus rund 40% Aktien und 60% sicheren Anleihen und Liquidität würde in einer Krise wie den schwersten der vergangenen Jahrzehnte ungefähr um diesen Betrag fallen. Wer 35% aushielte, könnte rund 70% Aktien halten.

Das ist nur eine grobe Regel: Auch Anleihen können fallen, wie 2022, und künftige Krisen können tiefer ausfallen als vergangene.

Wie sie die Aufteilung bestimmt

  • Die Asset-Allokation — vor allem die Aufteilung zwischen Aktien und sichereren Anlagen — ist die Stelle, an der Risikotoleranz konkret wird.
  • Volatilität und maximaler Drawdown des entstehenden Depots sollten zu dem passen, was der Anleger als tragbar bezeichnet hat.
  • Durchhaltbarkeit zählt mehr als Genauigkeit. Die beste Aufteilung ist die, die im Crash gehalten wird; eine etwas niedrigere Rendite, die tatsächlich vereinnahmt wird, schlägt eine höhere, die im schlechtesten Moment aufgegeben wird.

Worauf zu achten ist

  • Toleranz verändert sich mit Alter, Lebensumständen und Erfahrung — und sinkt oft deutlich nach dem ersten echten Verlust.
  • Ruhige Märkte schmeicheln ihr. Nach Jahren steigender Kurse überschätzen viele Anleger ihre Toleranz.
  • Sie aufzuschreiben hilft, damit eine in ruhigen Zeiten getroffene Entscheidung die in der Krise leiten kann.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Durchgerechnet an einem Beispielportfolio. Die Zahlen unten gehören diesem Portfolio, nicht Ihrem.

Wie hoch ist mein aktuelles Risikoniveau?

Ihr aktuelles Risikoniveau zeigt Floreo so an:

  • Portfolio-Volatilität (annualisiert): 16,36%
  • Tagesvolatilität: 0,86%
  • Downside-Volatilität: 11,63%
  • Maximaler Drawdown (seit Beginn): -25,49% (Tiefstverlust während der längsten Abwärtsphase: -23.138,95 €)
  • Sharpe Ratio: 0,52
  • Sortino Ratio: 0,72

Die größten Beiträge zur Portfolio-Volatilität kommen von diesen Positionen (absteigend nach Beitrag):

AssetVola-Beitrag (%)
Microsoft Corp.15,98
Apple Inc.20,90
Deutsche Lufthansa AG14,47
iShares Core MSCI World UCITS ETF10,69
Bitcoin10,41

Erläuterung: Die annualisierte Volatilität ist das zentrale Risomaß; Sharpe und Sortino geben das Risiko‑/Rendite‑Verhältnis wieder. Die Tabelle zeigt, welche Positionen am meisten zur Volatilität beitragen.

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