Was ist der Cost-Average-Effekt?
Der Cost-Average-Effekt — in Europa meist schlicht als Sparplan bekannt — bedeutet, in regelmäßigen Abständen einen festen Betrag anzulegen, etwa 200 € pro Monat, unabhängig vom Kurs. Sind die Kurse hoch, kauft der feste Betrag weniger Anteile; sind sie niedrig, kauft er mehr. So bauen die meisten Menschen ihr Depot aus ihrem Einkommen auf, und viele Broker führen es automatisch aus.
Wie der Durchschnittskurs entsteht
Wird in jeder von Perioden ein fester Betrag zu den Kursen angelegt, ist der durchschnittliche Kaufkurs je Anteil die Gesamtsumme geteilt durch die Gesamtstückzahl:
Das ist das harmonische Mittel der Kurse, das nie über ihrem gewöhnlichen Mittelwert liegt: Ein fester Betrag kauft bei niedrigen Kursen automatisch mehr.
Ein einfaches Beispiel
Vier Monate lang werden je 300 € angelegt, während sich der Kurs so bewegt:
| Monat | Kurs | Gekaufte Anteile |
|---|---|---|
| 1 | 30 € | 10,0 |
| 2 | 20 € | 15,0 |
| 3 | 25 € | 12,0 |
| 4 | 30 € | 10,0 |
| Gesamt | 47,0 |
Der Durchschnitt der vier Kurse beträgt 26,25 €, der durchschnittliche Kaufkurs aber 25,53 €. Beim Schlusskurs von 30 € sind die angelegten 1.200 € rund 1.410 € wert, obwohl der Kurs dort endet, wo er begonnen hat.
Was er leistet und was nicht
- Er verteilt den Einstieg über die Zeit, sodass kein einzelner ungünstiger Moment den Kaufkurs bestimmt.
- Er schafft Disziplin: Automatisches monatliches Anlegen nimmt die Versuchung, auf einen "besseren Moment" zu warten.
- Er garantiert keinen Gewinn. Fallen die Kurse stetig, verliert jede Rate an Wert.
- Er schlägt die Einmalanlage im Durchschnitt nicht. Ist ein großer Betrag bereits vorhanden, hat seine sofortige Anlage historisch meist höhere Renditen gebracht, weil Märkte häufiger steigen als fallen. Das Verteilen senkt dann vor allem das Risiko, es zu bereuen.
Worauf zu achten ist
- Kosten je Kauf: Bei kleinen Monatsbeträgen können feste Ordergebühren einen großen Anteil ausmachen; kostenlose oder günstige Sparpläne lösen das.
- Das Intervall spielt kaum eine Rolle. Monatlich oder vierteljährlich anzulegen führt langfristig zu sehr ähnlichen Ergebnissen.
- In Abschwüngen weitermachen. Das Verfahren wirkt am besten, wenn die Käufe bei niedrigen Kursen weiterlaufen — also genau dann, wenn Aufhören am verlockendsten ist.
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