Was passiert an den Aktienmärkten in einer Rezession?
Eine Rezession ist ein deutlicher, breiter Rückgang der Wirtschaftsleistung, oft definiert als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit sinkender Produktion. Für Aktienmärkte bedeuten Rezessionen meist niedrigere Unternehmensgewinne, steigende Arbeitslosigkeit, Unsicherheit und fallende Kurse. Der Zusammenhang ist aber nicht einfach: Märkte blicken voraus, fallen also oft, bevor eine Rezession bestätigt ist, und erholen sich lange vor ihrem Ende.
Warum die Kurse fallen
Der Kurs einer Aktie spiegelt erwartete Gewinne und das, was Anleger dafür zu zahlen bereit sind:
In einer Rezession fallen beide Teile zugleich: Die Gewinne sinken mit der Nachfrage, und Anleger zahlen für jeden Euro Gewinn weniger, weil die Aussichten unsicher sind. Ein Gewinnrückgang von 15% zusammen mit einem um 15% niedrigeren Bewertungsvielfachen ergibt einen Kursrückgang von rund 28%:
Was die Geschichte zeigt
- Die meisten Rezessionen gingen mit Bärenmärkten einher, mit typischen Rückgängen von 20 bis 35% in den USA.
- Rezessionen mit Finanzkrise brachten weit tiefere Einbrüche, rund 50% oder mehr in den Jahren 2007 bis 2009.
- Märkte drehen meist vor der Wirtschaft. In vielen vergangenen Rezessionen erreichten Aktien ihr Tief Monate vor dem Ende der Rezession, während die Arbeitslosigkeit noch stieg.
- Der Zusammenhang ist lose. Nicht jeder Bärenmarkt geht mit einer Rezession einher, und nicht jede Rezession verursacht einen tiefen Bärenmarkt.
Wie sich Sektoren verhalten
| Sektorart | Typisches Verhalten in der Rezession |
|---|---|
| Zyklisch (zyklischer Konsum, Industrie, Grundstoffe, Finanzwerte) | Gewinne brechen ein, Kurse fallen stärker als der Markt |
| Defensiv (Basiskonsumgüter, Gesundheit, Versorger) | stetigere Nachfrage, Kurse fallen weniger |
| Sichere Staatsanleihen | steigen häufig, wenn Notenbanken die Zinsen senken |
| Liquidität | wertstabil |
Ein einfaches Beispiel
In einem Rezessionsszenario verliert ein Depot aus 60% globalen Aktien und 40% Staatsanleihen bei einem Aktienrückgang von 30% und einem Anleihegewinn von 5%:
Ein reines Aktiendepot verlöre 30%; die Anleihen fangen rund die Hälfte des Schadens auf. Dieser Schutz hängt daran, dass Anleihen steigen, was bei Zinssenkungen in einer Rezession typisch, bei hoher Inflation aber nicht garantiert ist.
Was das für Anleger bedeutet
- Rezessionen sind schwer vorherzusagen und zu timen. Wenn eine offiziell ist, liegt ein großer Teil des Marktrückgangs oft bereits hinter uns.
- Investiert zu bleiben hat sich historisch ausgezahlt, weil Erholungen oft mitten in schlechten Wirtschaftsnachrichten beginnen.
- Widerstandsfähigkeit entsteht vorher: durch einen Notgroschen, eine zur Risikotoleranz passende Aufteilung und Streuung über Sektoren und Anlageklassen.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Durchgerechnet an einem Beispielportfolio. Die Zahlen unten gehören diesem Portfolio, nicht Ihrem.
Wie wirkt sich eine Rezession auf mein Portfolio aus?
Eine Rezession wirkt sich in der Regel unterschiedlich auf die einzelnen Teile Ihres Portfolios aus. Unten zeige ich, wie die Hauptbestandteile Ihrer aktuellen Zusammensetzung betroffen sein könnten, und nenne die Annahmen des Szenarios.
| Asset | Wert (€) | Mögliche Richtungswirkung |
|---|---|---|
| 44.666,25 € | 44.666,25 € | Stocks würden typischerweise sinken Technologie‑ und zyklische Titel sind anfälliger |
| 28.397,93 € | 28.397,93 € | ETFs mit Aktienexposure fallen ähnlich wie Aktien breit gestreute Welt‑ETFs etwas stabiler |
| 7.826,35 € | 7.826,35 € | Krypto kann stark schwanken in manchen Rezessionen fällt es deutlich |
| 4.575,79 € | 4.575,79 € | Gold kann als sicherer Hafen stabilisieren oder steigen |
| 5.510,23 € | 5.510,23 € | Cash bleibt unverändert und reduziert kurzfristige Wertschwankungen |
Was das konkret für Ihr Portfolio bedeutet:
- Ihr größtes Einzelengagement ist Apple Inc.; Ihre Top‑5 machen zusammen 65,64% des Portfolios aus, damit wirken Bewegungen dort stark auf den Gesamtwert.
- Aktien und ETFs zusammen machen den größten Teil Ihres Kapitals: Stock und ETF zusammen sind die Haupttreiber.
- Crypto trägt 8,60% zum Portfolio bei und zeigt erhöhte Volatilität; Ethereum ist aktuell Ihr größter negativer Einzelposten.
- Cash von 5.510,23 € bietet Liquidität und bleibt in einer Rezession nominal stabil.
- Gold (4.575,79 €) könnte als Puffer dienen; derzeit leicht im Minus.
Annahmen
- Rezessionsschock angewendet auf heutige Bestände.
- Aktien/ETFs: negativer Schock (Baisse); Crypto: großer negativer Schock; Gold: leichter positiver oder stabiler Effekt; Cash unverändert.
- Keine Käufe/Verkäufe während des Szenarios; Wechselkurse gleichbleibend; keine zusätzlichen Dividenden.
Wenn Sie möchten, führe ich ein konkretes Szenario mit Zahlen (z. B. Aktien -30%, Crypto -50%, Gold +10%) durch und zeige das hypothetische neue Portfolioergebnis.
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