Was ist die erforderliche Rendite?
In der privaten Finanzplanung ist die erforderliche Rendite die jährliche Rendite, die ein Depot erzielen muss, um ein Ziel zu erreichen — einen Betrag zu einem Zeitpunkt — bei gegebenem Kapital und geplanten Sparraten. Sie macht aus einem vagen Ziel eine konkrete Frage: Ist die Rendite, auf der dieser Plan beruht, für die gehaltenen Anlagen realistisch?
In der Unternehmensfinanzierung bezeichnet derselbe Begriff die Mindestrendite, die Anleger für ein bestimmtes Risiko verlangen. Der Gedanke ist verwandt: eine Rendite, die erreicht werden muss, damit sich die Anlage lohnt.
Die Formel
Ohne weitere Einzahlungen folgt die erforderliche Rendite direkt aus der Wachstumsformel:
wobei das heutige Kapital, das Ziel und die Zahl der Jahre ist. Mit einer regelmäßigen jährlichen Sparrate ist die erforderliche Rendite die Lösung von:
Diese Gleichung lässt sich nicht direkt nach auflösen; der Wert wird numerisch gesucht.
Ein einfaches Beispiel
Ein Anleger hat 50.000 € und möchte in 15 Jahren 150.000 €:
Zahlt er zusätzlich am Ende jedes Jahres 3.000 € ein, sinkt die erforderliche Rendite auf rund 4,0%. Regelmäßiges Sparen macht aus einem anspruchsvollen Ziel eines, das ein ausgewogenes Depot plausibel erreichen kann.
Wie man die Plausibilität prüft
Die erforderliche Rendite mit dem vergleichen, was die Anlagemischung über den Zeitraum nach Kosten erwarten lässt:
| Erforderliche Rendite (nominal) | Was sie meist bedeutet |
|---|---|
| +23 | mit risikoarmen Anlagen erreichbar |
| +36 | erfordert meist einen erheblichen Aktienanteil |
| +68 | erfordert ein überwiegend aktienbasiertes Depot samt Risiko |
| +8 | kaum verlässlich erreichbar der Plan muss angepasst werden |
Diese Bereiche sind grob und hängen vom Zins- und Inflationsniveau ab.
Wenn die erforderliche Rendite zu hoch ist
Ein Plan, der nur mit einer unrealistischen Rendite aufgeht, hat vier Stellschrauben:
- Mehr sparen, monatlich oder jährlich.
- Den Horizont verlängern und dem Zinseszins mehr Zeit geben.
- Das Ziel senken oder in einen notwendigen und einen wünschenswerten Teil aufteilen.
- Mehr Risiko akzeptieren — die unzuverlässigste Stellschraube, weil mehr Risiko die erwartete Rendite erhöht, aber auch die Wahrscheinlichkeit, das Ziel zu verfehlen.
Die erforderliche Rendite real, nach Inflation, sowie nach Kosten und Steuern zu betrachten, ergibt das ehrlichste Bild.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Durchgerechnet an einem Beispielportfolio. Die Zahlen unten gehören diesem Portfolio, nicht Ihrem.
Welche Rendite bräuchte ich, um mein Ziel bis zum Stichtag zu erreichen?
Um diese Frage genau zu beantworten, brauche ich noch zwei Angaben: Ihr Zielbetrag und den Stichtag, bis zu dem das Ziel erreicht werden soll. Bitte nennen Sie beides kurz — Betrag in Euro und das Datum (tt/mm/jjjj) — dann berechne ich die erforderliche Rendite.
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