Was ist ein ETF?
Ein ETF — exchange-traded fund, börsengehandelter Fonds — ist ein Investmentfonds, dessen Anteile wie Aktien an der Börse gehandelt werden. Die meisten ETFs bilden einen Index ab: Ein MSCI-World-ETF hält die rund 1.400 Unternehmen des MSCI World in denselben Anteilen wie der Index, sein Wert bewegt sich also mit dem Index. Ein einziger Kauf erwirbt einen kleinen Teil an allen.
ETFs sind zum beliebtesten Baustein privater Depots geworden, weil sie breite Streuung, niedrige Kosten und jederzeitige Handelbarkeit während der Börsenzeiten verbinden.
Wie ein ETF bewertet wird
Der Wert eines ETF-Anteils ist der Nettoinventarwert (NAV) des Fonds geteilt durch die Zahl der Anteile:
Der Börsenkurs bleibt nahe an diesem Wert, weil spezialisierte Marktteilnehmer neue ETF-Anteile schaffen oder bestehende zurückgeben können — im Tausch gegen die zugrunde liegenden Wertpapiere —, sobald der Kurs vom NAV abweicht.
Ein einfaches Beispiel
Ein ETF hält Wertpapiere im Wert von 500 Millionen Euro und hat 5 Millionen Anteile:
Wer einen Anteil für 100 € kauft, besitzt ein Fünfmillionstel jeder Position des Fonds. Steigt der Index im Tagesverlauf um 1%, steigt der NAV auf rund 101 €, und der Börsenkurs folgt.
Was er kostet
- Laufende Kosten: die Gesamtkostenquote (TER), die dem Fondsvermögen täglich anteilig entnommen wird. Bei breiten Index-ETFs liegt sie oft zwischen 0,05% und 0,3% pro Jahr.
- Handelskosten: die Ordergebühr des Brokers und die Geld-Brief-Spanne an der Börse.
- Tracking-Differenz: der Abstand zwischen der Rendite des ETFs und der seines Index, in dem neben den Kosten auch Erträge aus Wertpapierleihe und Steuereffekte stecken.
ETFs im Vergleich zu Einzelaktien
- Streuung: Ein ETF kann hunderte oder tausende Unternehmen halten; eine Einzelaktie hängt an einem.
- Aufwand: Ein ETF passt sich selbst an seinen Index an; ein Depot aus Einzelaktien muss recherchiert und gepflegt werden.
- Ergebnis: Ein Index-ETF liefert per Konstruktion die Marktrendite abzüglich Kosten. Er wird seinen Index nie schlagen und nie weit hinter ihm zurückbleiben.
Arten von ETFs
- Aktien-, Anleihe-, Rohstoff- und Geldmarkt-ETFs, nach dem, was sie halten.
- Thesaurierend oder ausschüttend, je nachdem, ob Erträge wieder angelegt oder ausgezahlt werden.
- Physisch oder synthetisch, je nachdem, ob der Fonds die Wertpapiere hält oder die Indexrendite über einen Swap nachbildet.
- Breit oder thematisch, von weltweiten Indizes bis zu engen Themen wie Robotik oder saubere Energie.
In der EU sind ETFs meist UCITS-Fonds: Ihr Vermögen wird getrennt vom Vermögen des Anbieters verwahrt und bleibt den Anlegern erhalten, wenn der Anbieter ausfällt.
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