Was ist ein 60/40-Portfolio?
Ein 60/40-Portfolio hält 60% seines Werts in Aktien und 40% in Anleihen, meist über breite Indexfonds, und wird regelmäßig auf diese Aufteilung zurückgeführt. Seit Jahrzehnten ist es der Bezugspunkt für ein ausgewogenes Depot: Die Aktien liefern Wachstum, die Anleihen Stabilität und Erträge, und zusammen sollen sie den größten Teil der langfristigen Aktienrendite bei spürbar kleineren Schwankungen bringen.
Warum die Mischung funktioniert
Die erwartete Rendite des Depots ist der gewichtete Durchschnitt seiner beiden Teile:
Sein Risiko liegt unter dem gewichteten Durchschnitt der beiden Volatilitäten, solange Aktien und Anleihen sich nicht im Gleichschritt bewegen:
wobei und die Volatilitäten von Aktien und Anleihen sind und ihre Korrelation.
Ein einfaches Beispiel
Angenommen, Aktien bringen 7% pro Jahr bei 16% Volatilität, Anleihen 3% bei 6% Volatilität, und ihre Korrelation ist 0:
Das Depot behält mehr als drei Viertel der Aktienrendite (5,4% von 7%) bei rund 60% der Aktienvolatilität (9,9% von 16%).
Wie es sich geschlagen hat
Über lange Zeiträume haben ausgewogene 60/40-Depots solide Renditen geliefert, bei Rückgängen, die etwa halb so tief waren wie die reiner Aktiendepots. Besonders gut funktionierte die Kombination zwischen 2000 und 2020, als Anleihen häufig stiegen, während Aktien fielen.
2022 stellte sie auf die Probe: Inflation und rasch steigende Zinsen ließen Aktien und Anleihen gemeinsam fallen, und viele 60/40-Depots verloren rund 15 bis 20% — eines ihrer schlechtesten Jahre seit Jahrzehnten.
Varianten und Grenzen
- Die Aufteilung ist Konvention, kein Gesetz. Anleger mit langem Horizont halten oft mehr Aktien, Anleger kurz vor der Entnahme weniger. 80/20 und 40/60 folgen derselben Logik mit anderer Gewichtung.
- Die Art der Anleihen zählt. Die stabilisierende Rolle übernehmen sichere Staats- und Unternehmensanleihen guter Bonität; Hochzinsanleihen verhalten sich eher wie Aktien.
- Die Korrelation ist nicht fest. Die Mischung setzt darauf, dass Aktien und Anleihen nicht gemeinsam fallen. Wenn Inflation das beherrschende Risiko ist, wie 2022, kann dieser Schutz ausfallen.
- Rebalancing gehört dazu. Ohne es wandert der Aktienanteil in guten Jahren nach oben, und das Depot ist bald kein 60/40 mehr.
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