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Was ist der Home Bias?

Der Home Bias ist die Neigung von Anlegern, weit mehr Anlagen aus dem eigenen Land zu halten, als dessen Anteil am Weltmarkt nahelegt. Wer als deutscher Anleger die Hälfte seines Aktiendepots in deutschen Unternehmen hält, ist stark heimatorientiert: Deutschland macht nur rund 2 bis 3% des weltweiten Aktienmarktwerts aus.

Der Home Bias findet sich in praktisch jedem Land, bei privaten wie bei professionellen Anlegern.

Wie er gemessen wird

Der Home Bias vergleicht den Auslandsanteil eines Depots mit dem Auslandsanteil des Weltmarkts:

Home Bias=1Auslandsanteil des DepotsAuslandsanteil des Weltmarkts\text{Home Bias} = 1 - \frac{\text{Auslandsanteil des Depots}}{\text{Auslandsanteil des Weltmarkts}}

Ein Wert von 0 bedeutet, dass das Depot genauso viel im Ausland hält wie der Weltmarkt; ein Wert von 1, dass es gar nichts im Ausland hält. Einfacher ist der Vergleich als Übergewicht: der Inlandsanteil des Depots geteilt durch den Inlandsanteil eines Weltindex.

Ein einfaches Beispiel

Ein deutscher Anleger hält 40% seines Aktiendepots in deutschen Unternehmen. Deutschlands Anteil am Weltmarkt beträgt rund 2%, der Auslandsanteil des Weltmarkts also rund 98%:

Home Bias=160%98%0,39\text{Home Bias} = 1 - \frac{60\%}{98\%} \approx 0{,}39

Der deutsche Anteil des Depots liegt beim Zwanzigfachen des Gewichts Deutschlands im Weltmarkt.

Warum Anleger so handeln

  • Vertrautheit. Bekannte heimische Unternehmen fühlen sich sicherer und verständlicher an, auch wenn sie es nicht sind.
  • Kosten und Zugang, historisch: Ausländische Aktien waren früher teurer zu handeln und zu verwahren. Globale ETFs haben diesen Grund weitgehend beseitigt.
  • Währung. Inländische Anlagen tragen für den lokalen Anleger kein Wechselkursrisiko — ein echtes, aber nur teilweise gültiges Argument, das für Anleihen stärker wiegt als für Aktien.
  • Steuern. Quellensteuer auf ausländische Dividenden ist lästig, selbst wenn ein Teil anrechenbar ist.

Was er kostet

  • Weniger Streuung. Ein Heimatmarkt hängt an einer Volkswirtschaft, einem politischen System und einer bestimmten Branchenmischung. Der DAX etwa enthält kaum große Technologieunternehmen, dafür viele Industrie- und Automobilwerte.
  • Doppeltes Risiko. Arbeitsplatz, Immobilie und Rente eines heimatorientierten Anlegers hängen bereits an der heimischen Wirtschaft; ein inländisches Depot verstärkt dieses Risiko, statt es auszugleichen.
  • Lange Durststrecken. Einzelne Länder haben Jahrzehnte schwacher Aktienrenditen erlebt — Japan nach 1989 ist das bekannteste Beispiel —, die ein globales Depot verwässert hätte.

Eine maßvolle Neigung zum Heimatmarkt kann eine vernünftige Entscheidung sein. Zum Problem wird die unbeabsichtigte, die erst eine regionale Allokation sichtbar macht.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Durchgerechnet an einem Beispielportfolio. Die Zahlen unten gehören diesem Portfolio, nicht Ihrem.

Bin ich zu stark in einem einzelnen Land konzentriert?

Hier die Länderaufteilung Ihrer aktuellen Werte in einer Tabelle — so sehen Sie die größten Konzentrationen.

CountryWeight (%)Value (EUR)
United States62,45%56.818,73 €
Germany8,77%7.976,19 €
Crypto8,60%7.826,35 €
Cash6,06%5.510,23 €
Precious metal5,03%4.575,79 €

Kurz gesagt: Ihr größtes Einzelgewicht ist die United States mit 62,45% Ihres Portfolios. Die Länderabdeckung liegt bei 99,40%, das heißt die Aufschlüsselung zeigt nahezu alle Positionen.

Was das bedeutet: Ein Anteil von 62,45% in einem einzigen Land ist hoch — das lässt Ihr Portfolio stark von Entwicklungen in den USA abhängen. Die nächsten größten Posten (Deutschland 8,77% und Crypto 8,60%) sind deutlich kleiner.

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