Was ist Performance-Attribution?
Die Performance-Attribution erklärt, warum die Rendite eines Depots von der seiner Benchmark abweicht. Sie zerlegt den Unterschied — die aktive Rendite — in die Entscheidungen, die ihn verursacht haben. Das bekannteste Verfahren, das Brinson-Modell, trennt zwei Arten von Entscheidungen:
- Allokation: wie viel in jedes Segment floss — Anlageklasse, Sektor oder Region — im Vergleich zur Benchmark.
- Selektion: welche Anlagen innerhalb eines Segments gewählt wurden und wie sie sich gegenüber diesem Segment der Benchmark entwickelt haben.
Die Formeln
Für jedes Segment seien und die Gewichte im Depot und in der Benchmark, und die Renditen des Segments im Depot und in der Benchmark und die Gesamtrendite der Benchmark:
Diese Variante schlägt den im Ursprungsmodell getrennten Interaktionseffekt der Selektion zu. Zusammen ergeben die Effekte aller Segmente exakt die aktive Rendite:
Ein einfaches Beispiel
Depot und Benchmark halten nur Aktien und Anleihen:
| Gewicht Depot | Gewicht Benchmark | Rendite Depot | Rendite Benchmark | |
|---|---|---|---|---|
| Aktien | 80% | 60% | +12 | +15 |
| Anleihen | 20% | 40% | +2 | +2 |
| Gesamt | +10.0 | +9.8 |
Das Depot hat seine Benchmark um 0,2 Punkte geschlagen. Die Attribution zeigt hinter dieser kleinen Zahl zwei gegenläufige Geschichten:
Mehr Aktien zu halten als die Benchmark brachte in einem guten Aktienjahr 2,6 Punkte; die konkret gewählten Aktien blieben hinter dem Aktienmarkt zurück und kosteten 2,4 Punkte. Eine starke Allokationsentscheidung und schwache Einzelauswahl haben sich fast aufgehoben.
Wie man sie liest
- Allokationseffekte belohnen Übergewichte in Segmenten, die besser liefen als die Benchmark insgesamt, und Untergewichte in schwächeren.
- Selektionseffekte belohnen Anlagen, die ihr eigenes Benchmarksegment geschlagen haben.
- Die Allokation dominiert meist. Untersuchungen zu Pensionsfonds fanden, dass der größte Teil der Renditeschwankungen im Zeitverlauf auf die Asset-Allokation zurückgeht, nicht auf die Einzelauswahl.
Grenzen
- Sie hängt von den Segmenten ab. Eine Attribution nach Sektoren erzählt eine andere Geschichte als eine nach Ländern.
- Exakt aufgehen tut sie nur für eine Periode. Über mehrere Perioden müssen die Effekte mit besonderen Verfahren verkettet werden.
- Sie erklärt, sie prognostiziert nicht. Ein starker Selektionseffekt in einem Jahr sagt ohne längere Historie wenig über Können.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Durchgerechnet an einem Beispielportfolio. Die Zahlen unten gehören diesem Portfolio, nicht Ihrem.
Wie viel meiner Rendite stammt aus der Asset-Allokation und wie viel aus der Titelauswahl?
Hier ist die Aufteilung der Rendite nach Allokation vs. Titelauswahl für den Zeitraum 12/05/2021 bis 10/09/2026.
| Quelle | Rendite (TRR, % Punkte) |
|---|---|
| Allokation (Benchmark: HSBC MSCI World UCITS ETF) | -30.60 |
| Gesamte absolute Rendite (TRR) | +34.38 |
Erklärung: Der Vergleich mit dem Benchmark zeigt eine negative Überrendite von -30,60 Prozentpunkte gegenüber dem HSBC MSCI World UCITS ETF; das ist die kombinierte Wirkung von Titelauswahl und Allokation relativ zum Benchmark. Die totale Rendite Ihres Portfolios über den Zeitraum beträgt 34,38% (TRR).
Hinweis: Diese Aufteilung stammt aus dem Benchmark-Vergleich in Ihren Rendite-Snapshots.
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