Was ist die Positionsgröße?
Die Positionsgröße ist die Entscheidung, wie viel eines Depots in eine einzelne Anlage fließt. Sie zählt so viel wie die Auswahl der Anlage selbst: Dieselbe Aktie kann mit 3% des Depots eine sinnvolle Ergänzung und mit 30% eine gefährliche Wette sein.
Die Größe einer Position begrenzt, wie viel sie anrichten kann. Ihr Verlust, multipliziert mit ihrem Gewicht, ist ungefähr das, was sie das ganze Depot kostet:
Gängige Ansätze
Feste Obergrenze. Viele Anleger begrenzen jede Einzelaktie auf einen festen Anteil, oft 5 oder 10%, und jeden Sektor oder jedes Thema auf einen größeren. Breite Fonds, die in sich gestreut sind, bleiben davon meist ausgenommen.
Gleichgewichtung. Jede Position erhält denselben Anteil. Einfach, und keine Position kann dominieren — aber es ignoriert, dass manche Anlagen weit riskanter sind als andere.
Risikobasierte Größe. Positionen werden so bemessen, dass jede einen ähnlichen Risikobeitrag liefert: Eine doppelt so schwankungsstarke Aktie erhält etwa das halbe Gewicht.
Überzeugungsbasierte Größe. Größere Positionen für die Ideen, von denen ein Anleger am meisten überzeugt ist. Unter aktiven Anlegern verbreitet — allerdings irren Überzeugungen oft gerade dort, wo sie am stärksten sind.
Ein einfaches Beispiel
Ein Depot im Wert von 50.000 € hält eine Einzelaktie, die um 60% fällt, wie es Einzelaktien in einem schlechten Jahr regelmäßig tun:
| Gewicht der Aktie | Verlust der Aktie | Verlust für das Depot |
|---|---|---|
| 3% | +900 | +1.8 |
| 10% | +3,000 | +6 |
| 30% | +9,000 | +18 |
Bei 3% ist der Rückgang ärgerlich. Bei 30% löscht er mehrere Jahre typischer Rendite aus.
Positionen verschieben sich
Eine stark steigende Position wird von allein zu einem größeren Anteil des Depots, ohne dass jemand entschieden hätte. Eine mit 5% gekaufte Aktie, die sich verdreifacht, während der Rest unverändert bleibt, liegt danach bei rund 14%. Positionsgrößen regelmäßig zu prüfen und über ihr Ziel hinaus gewachsene zu stutzen, gehört zum Rebalancing.
Worauf zu achten ist
- Durch Fonds hindurchschauen. Eine Aktie, die zugleich zu den größten Positionen eines ETFs gehört, ist größer als ihr direktes Gewicht vermuten lässt.
- Nach dem möglichen Verlust bemessen, nicht nach dem möglichen Gewinn. Die Chance einer kleinen Position ist begrenzt — der Schaden ebenso.
- Korrelierte Positionen addieren sich. Drei Positionen zu je 5% aus derselben Branche verhalten sich eher wie eine Position von 15% als wie drei getrennte.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Durchgerechnet an einem Beispielportfolio. Die Zahlen unten gehören diesem Portfolio, nicht Ihrem.
Bin ich zu stark in einer einzelnen Aktie konzentriert?
Dein Portfolio auf einen Blick: Ihr größter Einzelwert ist Apple Inc. mit 18,41% des Portfolios; die Top‑5 machen zusammen 65,64% aus. Insgesamt enthält dein Portfolio 11 Positionen und ist zu 99,95% abgedeckt.
Tabelle der fünf größten Positionen
| Asset | Weight (%) |
|---|---|
| Apple Inc. | 18,41% |
| iShares Core MSCI World UCITS ETF | 16,55% |
| Microsoft Corp. | 11,62% |
| MasterCard Inc. | 10,66% |
| Deutsche Lufthansa AG | 8,40% |
Was das bedeutet: Eine einzelne Position macht 18,41% deines Portfoliogewichts aus. Die fünf größten Positionen zusammen sind 65,64%—das zeigt, wie viel des Portfolios von wenigen Titeln getragen wird.
Weitere Kennzahlen (zur Einordnung)
- Portfolio‑Gesamtwert: 90.976,55 €
- Cash‑Anteil: 6,06%
- Anzahl Positionen: 11
Wenn du weitere Details möchtest (z. B. Konzentration nach Sektor, Ländergewichtungen oder wie stark Einzelwerte zu deinem Risiko beitragen), kann ich die entsprechenden Zahlen anzeigen.
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