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Was ist die Sektorallokation?

Die Sektorallokation zeigt, wie sich die Anlagen eines Depots auf Branchen verteilen — Technologie, Finanzwerte, Gesundheit, Industrie, Energie und so weiter. Sie macht Wetten sichtbar, die eine Liste der Positionen verbirgt: Ein Depot aus zwölf Aktien kann auf zwölf Unternehmen verteilt und trotzdem fast vollständig eine Wette auf eine einzige Branche sein.

Die meisten Datenanbieter verwenden den Global Industry Classification Standard (GICS), der den Aktienmarkt in 11 Sektoren einteilt: Informationstechnologie, Finanzwerte, Gesundheit, zyklischer Konsum, Industrie, Kommunikationsdienste, Basiskonsumgüter, Energie, Grundstoffe, Versorger und Immobilien.

Wie die Gewichte berechnet werden

Einzelaktien werden je einem Sektor zugeordnet. Fonds werden nach den Sektoren der Unternehmen aufgeteilt, die sie halten — eine Durchschau. Das Gewicht des Sektors ss ist dann:

ws=iVifi,sVgesamtw_s = \frac{\sum_i V_i \, f_{i,s}}{V_{\text{gesamt}}}

Dabei ist ViV_i der Wert der Position ii und fi,sf_{i,s} ihr Anteil im Sektor ss: 1 oder 0 für eine Einzelaktie, ein Bruchteil für einen Fonds.

Ein einfaches Beispiel

Ein Depot über 60.000 € hält 40.000 € in einem Welt-ETF mit 25% Technologieanteil und 20.000 € in einzelnen Technologieaktien:

wTechnologie=40,000×0,25+20,00060,000=30,00060,000=50%w_{\text{Technologie}} = \frac{40{,}000 \times 0{,}25 + 20{,}000}{60{,}000} = \frac{30{,}000}{60{,}000} = 50\%

Die Hälfte des Depots steckt in einem Sektor — doppelt so viel wie im Weltmarkt — obwohl zwei Drittel davon in einem breiten Indexfonds liegen.

Wie man sie liest

Der natürliche Vergleich ist die Sektoraufteilung des Weltaktienmarkts, also ungefähr das, was ein globaler Indexfonds hält. In den vergangenen Jahren stellte Informationstechnologie rund ein Viertel des Marktes, gefolgt von Finanzwerten mit etwa einem Sechstel sowie Industrie, Gesundheit und zyklischem Konsum mit je rund einem Zehntel.

  • Übergewichtete Sektoren machen das Depot empfindlicher für die Zyklen und Schocks dieser Branche.
  • Fehlende Sektoren sind ebenfalls Wetten. Einem Depot ohne Energie oder Versorger fehlt auch der Schutz, den diese Sektoren in manchen Abschwüngen geboten haben.
  • Sektoren verhalten sich im Konjunkturzyklus verschieden. Zyklische Sektoren wie Industrie und zyklischer Konsum steigen und fallen mit der Wirtschaft; defensive wie Basiskonsumgüter, Gesundheit und Versorger halten sich in Rezessionen meist besser.

Grenzen

  • Die Zuordnung ist unscharf. Ein großes Internetunternehmen kann als Kommunikationsdienst oder zyklischer Konsum statt als Technologie eingestuft sein, und ein Mischkonzern verdient in mehreren Sektoren, gehört aber nur zu einem.
  • Fondsdaten hinken hinterher. Durchschau-Zahlen beruhen auf den zuletzt veröffentlichten Beständen.
  • Sektoren sind nur eine Dimension. Eine ausgewogene Sektoraufteilung kann trotzdem auf ein Land oder wenige sehr große Unternehmen konzentriert sein.

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