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Was sind Small Caps?

Small Caps sind Aktien von Unternehmen mit vergleichsweise geringem Börsenwert. "Klein" ist dabei relativ: Ein Small Cap in einem großen Markt kann einige Milliarden Euro wert sein, weit mehr als die meisten Privatunternehmen. Maßgeblich ist die Marktkapitalisierung, der gesamte Börsenwert eines Unternehmens:

Marktkapitalisierung=Aktienkurs×Zahl der Aktien\text{Marktkapitalisierung} = \text{Aktienkurs} \times \text{Zahl der Aktien}

Wie die Größenklassen definiert sind

Indexanbieter definieren die Klassen meist über Anteile am jeweiligen Markt statt über feste Beträge. MSCI etwa zählt zu den Large Caps die Unternehmen, die rund die oberen 70% des Marktwerts ausmachen, zu den Mid Caps die nächsten 15% und zu den Small Caps die folgenden rund 14%.

Breite Indizes wie der MSCI World decken nur Large und Mid Caps ab und enthalten daher praktisch keine Small Caps. Ein darauf aufgebautes Weltdepot hält Small Caps nur, wenn ein eigener Small-Cap-Fonds hinzukommt.

Ein einfaches Beispiel

Ein Unternehmen hat 50 Millionen Aktien zu je 30 €:

Marktkapitalisierung=30×50,000,000=1,5 Milliarden\text{Marktkapitalisierung} = 30 \times 50{,}000{,}000 = 1{,}5 \text{ Milliarden}

Damit ist es in den meisten Industrieländern ein Small Cap. Die größten Unternehmen der Welt sind mehr als tausendmal so viel wert.

Die Size-Prämie

Forschung seit den frühen 1980er Jahren fand, dass kleine Unternehmen über lange Zeiträume höhere Durchschnittsrenditen erzielten als große — die Size-Prämie, einer der klassischen Faktoren des Factor Investing. Als Erklärung gilt meist eine Entschädigung für Risiko: Kleine Unternehmen sind in Rezessionen anfälliger, kommen schwerer an Finanzierung und sind weniger liquide handelbar.

Verlässlich war die Prämie nicht. Über lange Strecken, darunter weite Teile der 2010er und frühen 2020er Jahre, blieben Small Caps hinter Large Caps zurück, besonders in den USA.

Was sie einem Depot bringen

  • Streuung weg von den größten Unternehmen, die breite Indizes dominieren.
  • Eine andere Sektormischung, typischerweise mit mehr Industrie- und Finanzwerten und weniger Technologie als Large-Cap-Indizes.
  • Höhere Volatilität: Small Caps schwanken meist stärker und fallen in Ausverkäufen tiefer.

Worauf zu achten ist

  • Kosten: Small-Cap-ETFs haben meist etwas höhere laufende Kosten und breitere Geld-Brief-Spannen als breite Large-Cap-ETFs.
  • Unterschiedliche Qualität: Small-Cap-Indizes enthalten viele Unternehmen ohne Gewinn; manche Fonds filtern nach Profitabilität.
  • Größe der Beimischung: Small Caps machen nur rund ein Siebtel des investierbaren Marktes aus, ein Small-Cap-Fonds von 10 bis 15% des Aktienanteils entspricht also etwa ihrem neutralen Gewicht.

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