Was sind Themen-ETFs?
Themen-ETFs investieren in Unternehmen, die mit einem bestimmten langfristigen Trend verbunden sind — saubere Energie, Robotik, künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Wasser, alternde Gesellschaften. Statt dem Markt nach Größe zu folgen, wählen sie Unternehmen aus, deren Geschäft von dem Thema profitieren soll, typischerweise einige Dutzend bis rund hundert.
Attraktiv sind sie, weil sie eine Anlagegeschichte leicht umsetzbar machen. Riskant sind sie aus demselben Grund: Wenn ein Fonds aufgelegt wird, steckt die Geschichte meist längst in den Kursen der Unternehmen, die er hält.
Wie sie aufgebaut sind
Ein Themenindex bestimmt die in Frage kommenden Unternehmen meist über den Umsatzanteil, der auf das Thema entfällt, und gewichtet sie anschließend — oft gleich oder mit Obergrenzen für die größten Positionen — statt rein nach Marktwert. Das Ergebnis ist typischerweise konzentriert: Ein oder zwei Sektoren machen häufig den größten Teil aus, und das Gewicht des Sektors ist schlicht die Summe der Gewichte seiner Positionen:
Ein einfaches Beispiel
Ein Depot hält 40.000 € in einem Welt-Aktien-ETF und 10.000 € in einem ETF für saubere Energie. Fällt das Thema aus der Mode und verliert der Energie-ETF 40%, während der Welt-ETF 5% verliert, verliert das Depot:
Zwei Drittel des Verlusts stammen aus einem Fünftel des Depots. Rückgänge dieser Größenordnung sind nicht hypothetisch: Mehrere ETFs für saubere Energie verloren zwischen Anfang 2021 und 2023 mehr als die Hälfte ihres Werts.
Worauf zu achten ist
- Konzentration. Wenige Positionen, oft in einem Sektor und einer Handvoll Länder, mit hoher Volatilität.
- Zeitpunkt. Geld fließt in Themen, nachdem sie gut gelaufen sind, und viele Fonds werden nahe einem Höhepunkt aufgelegt. Untersuchungen zu spezialisierten ETFs fanden, dass sie im Durchschnitt in den Jahren nach ihrer Auflage hinter dem breiten Markt zurückblieben.
- Kosten. Die laufenden Kosten liegen meist höher als bei breiten Indexfonds, oft bei 0,4 bis 0,7% pro Jahr.
- Überschneidung. Die großen Unternehmen vieler Technologiethemen gehören ohnehin zu den größten Positionen von Welt-ETFs.
- Die Gewinner können andere sein. Ein Trend kann die Wirtschaft verändern, während die Unternehmen im Fonds nicht davon profitieren, weil der Wettbewerb ihre Margen drückt oder der Nutzen bei ihren Kunden landet.
Wo ein Themen-ETF überhaupt eingesetzt wird, funktioniert er meist als kleine Beimischung neben einem breiten Kern — in einer Größe, bei der ein starker Rückgang erträglich bleibt.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Durchgerechnet an einem Beispielportfolio. Die Zahlen unten gehören diesem Portfolio, nicht Ihrem.
Habe ich zu viel thematisches Risiko?
Hier ist eine kurze Zusammenfassung, wie dein thematisches Risiko im Portfolio aussieht.
- Dein größter Sektor ist Technology mit 34,09% des Portfoliowerts.
- Die Top‑5 Positionen machen 55,96% des Portfolios aus; die größte Einzelposition ist Apple Inc. mit 15,30%.
- Cash ist relativ hoch: 23,84% des Portfolios liegen in bar (25.320,23 €).
- Kryptobestände (Crypto) machen 7,52% des Werts aus (7.986,71 €).
- Floreo zeigt eine Portfolio‑Volatilität von 16,00% p.a. und eine maximale Rückgangsperiode von 114 Tagen.
Was das bedeutet:
- Technologie dominiert dein thematisches Risiko, weil sie den grössten Sektoranteil stellt.
- Kryptowährungen sind ein zusätzlicher thematischer Faktor, getrennt von Aktien und ETFs.
- Ein hoher Bargeldanteil reduziert kurzfristig Marktrisiko, beeinflusst aber die Gewichtung der Themen.
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