Was ist die Volatilität eines Portfolios?
Die Volatilität misst, wie stark die Renditen einer Anlage um ihren Mittelwert schwanken. Statistisch ist sie die Standardabweichung der Renditen. Ein Depot mit 5% Volatilität bewegt sich in kleinen, gut vorhersehbaren Schritten; eines mit 25% kann innerhalb eines Jahres in beide Richtungen weit ausschlagen. Sie ist die meistgenutzte einzelne Risikokennzahl und Grundlage vieler weiterer, etwa der Sharpe Ratio.
Die Formel
Aus den Renditen über gleich lange Perioden — meist Tage — und ihrem Mittelwert ergibt sich die Volatilität je Periode:
Angegeben wird sie üblicherweise pro Jahr. Da die Varianz unabhängiger Renditen proportional zur Zeit wächst, wächst die Standardabweichung mit der Wurzel der Zeit:
wobei 252 die übliche Zahl der Handelstage im Jahr ist. Für Monatsrenditen lautet der Faktor .
Ein einfaches Beispiel
Ein Depot hat eine Tagesvolatilität von 1%:
Wären die Renditen annähernd normalverteilt um eine erwartete Rendite von 7%, läge das Ergebnis in etwa zwei von drei Jahren zwischen −9% und +23% (eine Standardabweichung) und in etwa 19 von 20 Jahren zwischen −25% und +39% (zwei Standardabweichungen).
Wie man sie liest
| Volatilität p.a. | Typisch für |
|---|---|
| unter 5% | Geldmarktfonds, kurzlaufende Anleihen |
| 5–10% | gemischte Depots mit hohem Anleiheanteil |
| 15–20% | breit gestreute Aktiendepots |
| über 30% | Einzelaktien, Sektorwetten, Krypto |
- Volatilität ist kein Verlust. Sie misst Ausschläge in beide Richtungen: Auch ein Depot, das stetig steigt und gelegentlich nach oben springt, zeigt Volatilität.
- Renditen wachsen schneller als die Streuung. Über ein Jahr überragt eine Volatilität von 16% eine erwartete Rendite von 7% deutlich. Über 20 Jahre wächst der erwartete Gewinn proportional zur Zeit, die Streuung nur mit deren Wurzel — deshalb ist der Anlagehorizont so entscheidend.
Was sie nicht erfasst
- Fette Ränder. Reale Renditen haben mehr Extremtage, als die Normalverteilung nahelegt; Crashs kommen häufiger vor, als die obigen Bänder vermuten lassen.
- Die Reihenfolge der Renditen. Zwei Depots mit gleicher Volatilität können sehr unterschiedliche Rückgänge erlebt haben.
- Die Asymmetrie. Anleger stören Verluste weit mehr als Gewinne. Die Sortino Ratio und der maximale Drawdown betrachten allein die Verlustseite.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Durchgerechnet an einem Beispielportfolio. Die Zahlen unten gehören diesem Portfolio, nicht Ihrem.
Wie volatil ist mein Portfolio?
Ihr Portfolio-Volatilitätsprofil in Kürze:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Annualisierte Volatilität (Portfolio) (%) | 16,36% |
| Daily Volatilität (%) | 0,86% |
| Downside-Volatilität (%) | 11,63% |
| Max. Drawdown (%) | -25,49% |
| Allzeithoch Datum | 2026-08-29 |
| Abstand zum ATH (%) | -2,15% |
Die größten Beiträge zur Portfoliovolatilität (Top 5):
| Asset | Gewicht (%) | Vola-Beitrag (%) |
|---|---|---|
| Microsoft Corp. | 11,62% | 20,90 |
| Apple Inc. | 18,41% | 15,98 |
| Deutsche Lufthansa AG | 8,41% | 14,47 |
| iShares Core MSCI World UCITS ETF | 16,55% | 10,69 |
| Bitcoin | 5,11% | 10,41 |
Was das bedeutet (kurz): Die annualisierte Volatilität zeigt, wie stark der Gesamtwert typischerweise schwankt; 16,36% p.a. steht dafür. Ein einzelnes Asset kann deutlich zur Volatilität beitragen — die Tabelle oben nennt die fünf größten Beiträger und ihre Beiträge.
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